"Interne Unruhen": ERC Regen trennt sich von Trainer Christopher Malejew

Bild: Christian Göstl

Genau sechs Wochen ist es her, als der ERC Regen nur knapp am Einzug ins Playoff-Finale scheiterte – damals war die Enttäuschung riesig, die Verantwortlichen in der Kreisstadt waren andererseits auch stolz über das Geleistete. Auch deshalb ist die Nachricht, die am Dienstag die Runde machte, ein Paukenschlag: Der Eishockey-Bezirksligist trennt sich von Trainer Christopher Malejew, das teilt ERC-Vorsitzender Tobias Himmelstoß auf Nachfrage von Heimatsportmit. Zwei Jahre lang hatte Malejew das Kommando beim ERC – nun das abrupte Aus. Mit wem die Drachen in die kommende Spielzeit gehen, steht indes noch nicht fest. Laut Himmelstoß ist der Verein "in guten Gesprächen".

Warum es überhaupt zur überraschenden Trennung gekommen ist? Beide Seiten halten sich dazu bedeckt. Offenbar aber gab es interne Unruhen, die zu dieser Entscheidung führten. "Wir haben mit Christopher zwei Jahre lang gut zusammengearbeitet, uns sportlich weiterentwickelt und verdanken ihm auch viele Neuzugänge", sagt ERC-Chef Himmelstoß. "Letztlich aber haben wir uns darauf geeinigt, eine Veränderung auf der Trainerposition vorzunehmen. Zumal wir zuletzt den Eindruck hatten, dass die Mannschaft nicht ihr ganzes Potenzial ausschöpft. Dennoch möchte ich über Christopher kein schlechtes Wort verlieren."

Malejew, der sich im Moment von einer Sprunggelenks-Operation erholt, ist enttäuscht von der Entscheidung des Vereins, die ihm in der vergangenen Woche mitgeteilt wurde. "Eigentlich möchte ich mich zu diesem Thema nicht mehr äußern. Fest steht aber: Ich habe als Trainer immer mein Bestes gegeben und bin auch der Meinung, dass die Mannschaft ihr Potenzial voll ausgeschöpft hat. Immerhin haben wir den Gruppensieg geholt und sind erst im Playoff-Halbfinale denkbar knapp am haushohen Favoriten Germering gescheitert (2:3 und 5:7, d. Red.). Ich bin mit der Leistung der Mannschaft völlig zufrieden und kann die Entscheidung daher nicht nachvollziehen. Dennoch wünsche ich der Mannschaft weiterhin viel Glück."

Neben der neu zu besetzenden Trainerposition ist bislang ebenso unklar, in welcher Liga die Regener in der kommenden Saison an den Start gehen werden. Für den Fall, dass eine höherklassige Mannschaft freiwillig oder aus Lizenzgründen in die Bezirksliga zurückgeht, sind die Drachen als Bezirksliga-Dritter der erste Nachrücker in die Landesliga. Ein Szenario, das angesichts der Corona-Krise nicht unwahrscheinlich ist. "Da aber auch wir derzeit nicht mit Sponsoren reden können und wenig finanzielle Rücklagen haben, werden wir wohl oder übel auf einen möglichen Aufstieg verzichten müssen", sagt Himmelstoß. Die Planungen für die kommende Saison treibt der Vorsitzende dennoch weiter voran. So steht seit dem Osterwochenende fest, dass dem Verein mit Benjamin Franz und Alexander Simon zwei wichtige Stützen erhalten bleiben.

Franz, den es im Dezember nach fünf Jahren in der Landesliga wieder zurück in den Bayerwald zog, steuerte in zwölf Spielen 20 Punkte für die Dragons bei und möchte in der kommenden Saison an diese Leistung anknüpfen. Der spielende Vorsitzende Alexander Simon übernimmt auch weiterhin einen Teil der Vereinsführung und will sich auch auf der Eisfläche weiterentwickeln. - fed

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